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4-Tage Woche?

Wir bleiben bei der 5-Tage-Woche, denn das ist viel besser als das, was Belgien jetzt macht! So t3n-Autor Andreas Weck.


Doch bei diesem Thema teilen sich die Meinungen.



 

Wie wir letztes Jahr bereits in einem unserer Instagram-Posts aufgegriffen haben, ist die 4-Tage Woche im Kommen. Länder wie Island und Belgien sind dabei Vorreiter.

Stress, Burnout und Gesundheit: Die Work-Life-Balance der Isländer verbesserte sich laut den Ergebnissen des Vier-Tage-Arbeitswoche-Experiments signifikant.



So nahmen mehr als ein Prozent der isländischen Erwerbsbevölkerung an diesem Pilotprojekt teil. Dabei wurde die Arbeitswoche auf 35-36 Stunden verringert, eine Lohnkürzung erfolgt allerdings nicht. Gestartet wurde der Versuch 2015 mit mehr als 2.500 Probanden und lief bis 2019. Den Think Tanks 'Autonomy' in Großbritannien und 'Alda' in Island nach zu urteilen, steigerte die verkürzte Woche die Produktivität am Arbeitsplatz und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer. „Die Produktivität und die erbrachte Leistung blieben gleich oder verbesserten sich sogar bei den meisten Versuchsarbeitsplätzen,“ hieß es in der 2021 veröffentlichten Auswertung des Experimentes. Aus dem Versuch resultiert, dass mittlerweile an die 86% der erwerbstätigen Isländer eine verkürzte Arbeitswoche haben oder diese in Planung ist.

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Anfang diesen Jahres zieht nun auch Belgien nach, doch das mit einem anderen Ansatz. Alexander De Croo (Premierminister von Belgien) beispielsweise ermöglicht die Vier-Tage-Woche allerdings, aber bei gleichbleibender Arbeitszeit – in Belgien sind das 38 Stunden. Ein Haken, der alles Potential vernichten könnte. Konkret bedeutet das, dass an vier Tagen mindestens 9,5 Stunden gearbeitet werden muss, um Freitag frei zu haben. Bezeichnen könnte man dieses Modell, als eine typische Milchmädchen-Rechnung. Viele werden es sich eingestehen müssen: Die wenigsten sind den ganzen Arbeitstag über Stunden hinweg ununterbrochen produktiv. Es ist also fraglich, inwieweit das bei verlängerter Arbeitszeit langfristig zu positiven Ergebnissen führen wird. Da der Feierabend noch weiter in die Ferne rückt, könnte auch das Wohlbefinden der Arbeitnehmer sinken.


Das tägliche Wohlbefinden hat übrigens einen immensen Einfluss auf den Krankenstand. Wer regelmäßig zu viele Stunden im Büro sitzt, tendiert eher dazu, mal nicht zu erscheinen oder sogar vollständig weg zu bleiben. Ist das Konzept der Belgier also sogar schlechter als das aktuelle?

 

Was tun Arbeitnehmer wirklich während der Arbeit?


Für viele Menschen ist die 40-Stunden Woche zu viel. Zudem sind Überstunden, die über dem gesetzlichen Maximum liegen, häufig die Regel, auch der Leistungsdruck steigt beständig. Eine Befragung der Deutschen thematisiert das Thema der 4-Tage Woche: Die Umfrage* mit dem Titel „Arbeitsmotivation 2019“ kam zu dem Ergebnis, dass 55 Prozent der 1.004 Teilnehmenden motiviert wären, in einer Vier-Tage-Woche für weniger Geld zu arbeiten.

Auch die Befragung durch vouchercloud.com von 2.000 Angestellten zu den Tätigkeiten, welche sie an einem Arbeitstag durchführen, ergab unerwartete Ergebnisse. Durchschnittlich sind Mitarbeiter demnach zwei Stunden und 53 Minuten am Tag wirklich produktiv. Was die Arbeitnehmer in den restlichen Stunden erledigen, haben wir im Folgenden für euch aufgelistet:

  1. Soziale Medien – 47 Prozent

  2. Nachrichten lesen – 45 Prozent

  3. Private Gespräche mit Kollegen – 38 Prozent

  4. Kaffeepausen – 31 Prozent

  5. Raucherpausen – 28 Prozent

  6. Nachrichten am Handy schreiben – 27 Prozent

  7. Snacks essen – 25 Prozent

  8. Essen zubereiten – 24 Prozent

  9. Private Telefonate – 24 Prozent

  10. Nach neuen Jobs suchen – 19 Prozent


Auch wir bei Digital8.ai haben in einigen unserer Office-Sessions feststellen können, dass wir im Home-Office tatsächlich produktiver sind. Aber woran liegt das? Auch wir können basierend auf den oben genannten Punkten bestätigen, dass Gespräche mit den Kollegen definitiv mehr Zeit in Anspruch nehmen, als sie es im Home-Office tun würden. Unser Learning: Ein gesunder Mix aus beidem ist optimal. Denn es ist nicht nur schön, sondern auch wichtig, ein tolles Arbeitsklima aufzubauen und die Kollegen besser kennenzulernen. Wenn aber ein besonders voller Tag mit vielen To-Dos`s ansteht, eignet sich das Home-Office teilweise dann aber doch besser – unsere Meinung.

Das alternative Arbeitszeitmodell werde mittlerweile „immer häufiger diskutiert und von einigen Firmen bereits umgesetzt,“ sagt Frits Scholte von der Manpower Group. Mitarbeiter, die nach dem Modell arbeiten, seien „nicht nur zufriedener, sondern auch produktiver“. So auch bei uns: unsere Marketing-Managerin testet aktuell die 4-Tage Woche aus Berlin und Bali.


We’ll keep you updated!



Team insights


Wir haben uns außerdem im Team umgehört - das sind die individuellen Meinungen:


  1. Ich finde das Konzept der 4-Tage-Woche super interessant und bin sicher es wird in vielen Bereichen gut funktionieren, aber wahrscheinlich nicht in allen (z.B. Lehrer*innen). Am besten ist es wahrscheinlich, wenn jeder frei entscheiden kann, ob man den Workload auf vier oder fünf Tage verteilen möchte, sodass man die Arbeit an den Alltag flexibel anpassen kann.

  2. Ich bin für maximale Flexibilität! Wer vier Tage arbeiten will, soll vier Tage arbeiten können. Tatsächlich kann ich mir sogar vorstellen, dass viele Teams genauso produktiv sind, wenn sie freitags nicht arbeiten.

  3. Ich finde, die 4-Tage-Woche hat definitiv Potenzial für beide Seiten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer): Mehr Work-Life-Balance (allein schon aus dem Grund, dass sich die Tagesanzahl mehr angleichen zwischen „Wochenende“ und „Arbeitstage“) für Arbeitnehmer und Effizienz für Arbeitgeber, weil sich die Arbeit nur effektiver auf die 4 Tage verteilt und nicht auf 5 Tage (kein Nachteil für Arbeitgeber, weil nicht weniger Arbeit verrichtet wird, sondern gleichviel in geringerer Zeit). Motivation der Mitarbeiter steigt - Loyalität der Arbeitnehmer zu Arbeitgeber steigt - mehr Leistungsbereitschaft.

  4. Ich denke, dass die 4-Tage-Woche ein optimales Arbeitsmodell darstellt. Arbeitet man an diesen 4-Tagen strukturiert und produktiv, fehlen die Arbeitsstunden im Projekt auch nicht. Die Work-Life-Balance ist besser und der Mitarbeiter ist an den 4-Tagen höchst motiviert und demnach auch produktiver. Ob man die Arbeitsstunden von 5 auf 4 Tage verteilt ist dennoch eine andere Frage... Ich kann mir vorstellen, dass dies sehr personenabhängig ist. So mancher kann sich 9,5h konzentrieren, andere eben nicht.


Was zeigt uns die Initiative? Und wie steht Ihr zu den Experimenten? ⁠⁠ 👍 👎

*In Auftrag gegeben von Manpower Group. Durchgeführt von Marktforschungsinstitut Toluna


"Wir stehen für maximale Flexibilität" – Team Digital8.ai





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